Veranstaltungen 2014 Projekt Sternenpark Schwäbische Alb

Hier finden Sie unseren aktuellen Ausstellungen, Sternführungen und Nachtwanderungen und die interessanten Berichte nach den Veranstaltungen mit vielen Bildern.

Wir freuen uns auch Sie demnächst bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

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muensingen 20150328"Was, wenn wir eines Morgens aufwachen und realisieren, dass all die Naturschutzbemühungen der letzten dreißig Jahre nur die Hälfte der Geschichte erzählen - die Tagesgeschichte?" Mit diesem Zitat der US-amerikanischen Forscher Longcore und Rich begann Sabine Frank ihren Vortrag im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb in Münsingen. Die studierte Sozial- und Kulturwissenschaftlerin ist Projektleiterin des Sternenparks Rhön, einem der drei Schutzgebiete in Deutschland, die im letzten Jahr als Sternenparks anerkannt wurden. In einem flammenden, emotionsreichen Vortrag erläuterte Sabine Frank, wie wichtig es ist, sich mit dem "Schutz und Nutz" der natürlichen Nacht zu beschäftigen, gerade in einem Biosphärengebiet. Man kann beispielsweise nicht Natur- und Artenschutz betreiben und dabei die Nacht außer Acht lassen, die für eine Vielzahl von Tieren ihren Lebensraum darstellt. Zunächst ist künstliches Licht etwas Unnatürliches und somit ein Eingriff, der bei vielen Lebewesen evolutionär nicht vorgesehen ist. Umso wichtiger ist es, mit dem künstlichen Licht verantwortungsvoll umzugehen und es nicht falsch einzusetzen. Die Auswirkungen falschen Lichts zur falschen Zeit sind für Mensch, Natur und Umwelt so tiefgreifend, dass man dieses Thema eigentlich schon längst hätte in Angriff nehmen müssen. Mit vielen Beispielen erläuterte Sabine Frank die Probleme, die durch unüberlegte Lichtnutzung entstehen. Auf das gesamte Thema wurde sie letztlich aufmerksam, als sie bei ihren Sternenführungen in der Rhön bemerkte, dass man die Sicht auf immer mehr Sternbilder verliert, durch die zunehmende Aufhellung des Nachthimmels. Maßgeblich trägt dazu falsch ausgerichtete und zu starke Beleuchtung bei, in Gemeinden, bei Firmen und auch im privaten Bereich, meist durch Unwissenheit und fehlende Sensibilisierung.

Am Beispiel des Sternenparks Rhön erläuterte Sabine Frank konkret, wie der Weg für eine Biosphärenregion zur Anerkennung eines Dark Sky Parks abläuft. In der Rhön begann es mit einer studentischen Arbeit und der Idee eines Sternenparks, die von der ARGE Rhön mit Begeisterung aufgenommen wurde. Mit dem Schutz der Nacht sollten auch die Gebiete in der Rhön, die einen noch annähernd natürlichen Nachthimmel aufweisen, erhalten und gesichert werden. Ziel des Biosphärenreservats war es, sich dann als Sternenpark zertifizieren zu lassen. Hierfür waren u.a. Beleuchtungsrichtlinien nötig, das Erstellen eines Leuchtenkatasters, Messungen der Himmelshelligkeit und letzlich die Antragstellung bei der International Dark Sky Association. Die Anerkennung der Beleuchtungsrichtlinien als freiwillige Selbstverpflichtung durch 80% der Gemeinden ist dazu notwendig und wurde im letzten Jahr erreicht. Das Ergebnis hielt Sabine Frank mit Freude in die Höhe: Die Anerkennungsurkunde als International Dark Sky Preserve. Dieser Weg hat sich für das Biosphärenreservat Rhön gelohnt: Der Bekanntheitsgrad der Region ist gestiegen und die Besucher kommen gezielt in die Region, um eine natürliche Nacht zu erleben, wodurch der Tourismus zunehmend profitiert. Ein Sternenpark ist aber nicht als einmalige Auszeichnung zu sehen, wie z.B. ein Geopark, sondern als ein Prozess mit stetigem Bemühen für seine Ziele. Sabine Frank gab den Zuhörern viele wertvoll Hinweise mit auf den Weg und zeigte, wie der Schutz der Nacht in der Rhön beispielhaft umgesetzt wird und so inzwischen Vorbild für weitere Regionen in Deutschland ist.

Sabine Frank regte am Schluss Ihres Vortrags eine Kooperation des Biosphärenreservats Rhön und des Biosphärengebiets Schwäbische Alb an, ganz im Sinne der UNESCO.

Nach dem engagierten Vortrag von Sabine Frank fasste Dr.-Ing. Matthias Engel die Grundsätze umweltgerechter Beleuchtung zusammen. Er gab einen Überblick über die Arbeit des 2011 gestarteten ehrenamtlichen Projekts Sternenpark Schwäbische Alb, in dem er zusammen mit Carsten Przygoda und Till Credner als private Interessengemeinschaft die Sternenpark-Thematik vorantreibt und für umweltgerechte Beleuchtung sensibilisiert. Dass es der Sternenhimmel über der Alb wert ist, geschützt zu werden, und ein Sternenpark mit seinem nachhaltigen Beleuchtungskonzept perfekt zu den Zielen des Biosphärengebiets passen würde, zeigte schon zu Beginn der Veranstaltung ein Film von Till Credner mit faszinierenden Nachtlandschafts-Aufnahmen der Schwäbischen Alb. Durch die Veranstaltung im Rahmen des Winterprogramms zum Thema "Nacht" führte Jochen Rominger vom Biosphärenzentrum und kündigte an, dass die wetterbedingt ausgefallene Sternenführung sicherlich zu einem späteren Termin wieder angeboten wird.

 

Hier ein paar Impressionen


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vortag sternenpar rhoen sabine frankAm 28.03.2015 findet im Biosphärenzentrum Münsingen die Veranstaltung "Sternenpark - Erhellendes zum Licht" statt. Zu Gast ist Sabine Frank, Projektleiterin des Sternenparks im Biosphärenreservat Rhön. Sie wird über den Werdegang in der Rhön berichten, von der Sternenpark-Idee bis zur erfolgreichen Anerkennung als Dark Sky Park, und damit auch interessante Impulse für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb geben.

Im Anschluss wird Dr.-Ing. Matthias Engel die Problematik der Lichtverschmutzung für Menschen, Tiere und das Ökosystem erläutern und zeigen, wie man sie durch umweltgerechte Beleuchtung reduzieren kann.

Danach geht es hinaus zu einer Sternenführung mit dem Astrophysiker Till Credner. Bei schlechtem Wetter gibt es einen Vortrag zum Sternenhimmel über der Alb.

Passend zu der Veranstaltung findet am 28.03.2015 weltweit die "Earth Hour" statt. Zwischen 20:30 Uhr und 21:30 Uhr soll man als Symbol für den Klimaschutz für eine Stunde das Licht ausschalten. Das kommt uns entgegen.

Informationen zur Veranstaltung:

Samstag, 28. März 2015, 19:30 Uhr - ca. 22:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Biosphärenzentrum Schwäbische Alb, Münsingen-Auingen.
Kontakt: Biosphärenzentrum Schwäbische Alb, Tel. 07381/932938-31.
Kosten: 5,00 Euro pro Person.

 

Weitere Informationen und Links:


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astronomietag2015Am 21.03.2015 waren wir vom Projekt Sternenpark Schwäbische Alb in Langenenslingen zu Gast, auf Einladung des "Stammtisch Wiesengrund", im Ortsteil Dürrenwaldstetten. Zu Langenenslingen gehört auch Ittenhausen, bekannt durch seinen noch annähernd natürlichen Nachthimmel in der Region. Die Veranstaltung anlässlich des UNESCO-Jahr des Lichts 2015 war mit über 30 Teilnehmern so gut besucht, dass die Sitzplätze im Vortragsraum sogar erweitert werden mussten.

Nach der freundlichen Begrüßung durch Josef Högner, Vorstand des Vereins "Stammtisch Wiesengrund", der zahlreiche interessante Veranstaltungen für die Bürger von Langenenslingen organisiert, stellte Dr.-Ing. Matthias Engel das Projekt Sternenpark Schwäbische Alb vor, erläuterte die Probleme durch Lichtverschmutzung und zeigte, wie man sie durch umweltgerechte Beleuchtung lösen kann. Er betonte dabei die Besonderheit und Einzigartigkeit eines annähernd natürlichen Sternenhimmels - ein Alleinstellungsmerkmal in unserem ansonsten hell beleuchteten Land. Voll abgeschirmte, warmweiße und maßvolle Beleuchtung, mit einem sinnvollen Beleuchtungskonzept hilft dabei, die letzten Gebiete mit annähernd natürlicher Nachtlandschaft zu erhalten. Langenenslingen geht da mit positivem Beispiel voran: Im Ortsteil Emerfeld gibt es eine LED-Straßenbeleuchtung mit Taster, wodurch sinnloser Energieverbrauch und unnötige Lichtimmissionen reduziert werden. In Langenenslingen ist auch eine Abschaltung in den Nachtstunden selbstverständlich und anerkannt, wie Rückmeldungen aus dem Publikum bestätigten.

In der Pause, sowie am gesamten Abend, wurden wir zuvorkommend vom Gasthaus Wiesengrund bewirtet: Statt der geplanten Grillwürste gab es wetterbedingt nun eben für alle Saitenwürstle mit Wecken, bevor es im Programm weiterging.

Wetterbedingt musste die geplante Sternenführung ausfallen, und so hielt Hans-Jürgen Merk, Hobbyastronom und "Entdecker" der Beoabchtungsmöglichkeiten in Ittenhausen, einen Vortrag über die "Faszination Visuelle Deep Sky Astronomie". Er ließ das Publikum eine typische Beobachtungsnacht miterleben. Als einer der wenigen verbliebenen visuellen Beobachter, die in traditioneller Weise mit großen mobilen Teleskopen mit eigenem Auge die Objekte des Nachthimmels beobachten, muss er große Wege auf sich nehmen, um an dunklen Beobachtungsplätzen die lichtschwachen Details am Nachthimmel zu sehen. Seine Beobachtungen hält er in Zeichnungen fest. Hans-Jürgen Merk zeigte nicht nur Himmelsansichten aus Ittenhausen und dem Allgäu, sondern auch von Beobachtungsplätzen in den Alpen, wie der Edelweißspitze und der Bieler Höhe, aber auch von weit entfernten Beobachtungsplätzen, z. B. La Palma, Namibia und Chile. Ergänzend dazu ging er auf weitere Aspekte der Lichtverschmutzung und Beleuchtung ein und erläuterte mit seinem medizinischen Hintergrund die Auswirkungen von falschem Licht auf die Gesundheit. Er berichtete auch von seinen umfangreichen Messungen der Beobachtungsbedingungen auf der Alb und in anderen Regionen.

Die Ankündigung, unsere Sternenführung zu einem anderen Termin nachzuholen, wurde begeistert aufgenommen. Nach den Vorträgen saßen wir noch lange zusammen, bei interessanten Gesprächen und Fragen der nun für umweltgerechte Beleuchtung sensibilisierten Besucher. Wir haben uns sehr über das interessierte Publikum gefreut und möchten uns bei Josef Högner und dem Verein "Stammtisch Wiesengrund" für die sympathische Veranstaltung bedanken!

 

Impressionen vom Astronomietag 2015

Weitere Informationen und Presseberichte zu Ittenhausen:

Das "Projekt Sternenpark Schwäbische Alb" ist eine private und ehrenamtliche Initiative, die sich für umweltgerechte Beleuchtung zum Schutz von Mensch, Natur und Umwelt einsetzt.
Helfen Sie mit und werden Sie ein leuchtendes Vorbild!

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